Die Inhaltsstoffe eines Hundefutters stehen in drei Bereichen der Kennzeichnung: Die Zusammensetzung nennt die Zutaten, die analytischen Bestandteile beschreiben bestimmte Nährstoffgehalte und die Zusatzstoffliste informiert über deklarierte Zusätze. Zusammen helfen diese Angaben dabei, eine Rezeptur zu verstehen. Ob sie einen Hund bedarfsgerecht versorgt, hängt außerdem von Lebensphase, Energiebedarf, Verdaulichkeit und Gesundheitszustand ab.

Ein hoher Fleischanteil allein garantiert keine ausgewogene Ernährung. Ebenso wenig sind Getreide, tierische Nebenerzeugnisse oder zugesetzte Vitamine grundsätzlich nachteilig. Für die Beurteilung zählt, welche Nährstoffe das fertige Futter in welchen Mengen und Verhältnissen liefert.
Inhalt
Was die drei Bereiche der Futterkennzeichnung aussagen
Zutaten und Nährstoffe sind unterschiedliche Dinge: Hühnerfleisch ist eine Zutat, Protein ein Nährstoff. Eine Zutat liefert meist mehrere Nährstoffe. Umgekehrt kann ein Nährstoff aus verschiedenen Zutaten stammen.
| Bereich | Typische Angaben | Aussage |
|---|---|---|
| Zusammensetzung | Huhn, Reis, tierische Fette, Rübentrockenschnitzel | Welche Rohstoffe verwendet wurden |
| Analytische Bestandteile | Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche, Feuchtigkeit | Wie hoch bestimmte analytisch erfasste Stoffgruppen im Futter sind |
| Zusatzstoffe | Vitamine, Spurenelementverbindungen, Antioxidationsmittel | Welche deklarationspflichtigen oder freiwillig angegebenen Stoffe zugesetzt wurden |
Die europäische Kennzeichnung von Hundefutter unterliegt dem Futtermittelrecht. Eine zentrale Grundlage ist die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln.
Alleinfutter und Ergänzungsfutter unterscheiden
Vor dem Vergleich einzelner Zutaten steht die Zweckbestimmung des Produkts. Sie entscheidet darüber, ob ein Futter als alleinige tägliche Nahrung vorgesehen ist.
Ein Alleinfuttermittel soll bei bestimmungsgemäßer Fütterung den täglichen Nährstoffbedarf der angegebenen Tiergruppe decken. Dabei muss die Zuordnung passen: Ein Produkt für ausgewachsene Hunde ist nicht automatisch für Welpen geeignet.
Ein Ergänzungsfuttermittel deckt den Bedarf allein nicht vollständig. Dazu gehören zahlreiche Snacks, Ergänzungsmischungen und bestimmte Fleischprodukte. Es muss mit anderen geeigneten Futtermitteln zu einer bedarfsgerechten Gesamtration kombiniert werden.
Auch eine Dose mit hohem Fleischanteil kann deshalb für die ausschließliche Fütterung ungeeignet sein. Die Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel ist dafür aussagekräftiger als die Produktabbildung oder der hervorgehobene Fleischanteil.
Zusammensetzung: So lässt sich die Zutatenliste lesen
Die Zutaten werden grundsätzlich nach ihrem Gewicht in absteigender Reihenfolge aufgeführt. Die erste Position bezeichnet den größten einzeln aufgeführten Bestandteil auf der maßgeblichen Gewichtsbasis.
Allerdings beeinflusst der Wassergehalt diese Reihenfolge. Frisches Fleisch enthält viel Wasser; getrocknete tierische Proteine sind stärker konzentriert. Eine kleinere Menge eines getrockneten Rohstoffs kann daher mehr Protein beitragen als eine größere Menge frischen Fleisches.
Auch die getrennte Auflistung verwandter Zutaten verändert das Bild. Werden verschiedene Bestandteile derselben Pflanze einzeln genannt, steht jeder an seiner eigenen Position. Ihr gemeinsamer Anteil lässt sich ohne Mengenangaben nicht zuverlässig bestimmen.
Einzeldeklaration und Sammelbezeichnungen
Bei Heimtierfutter können Zutaten einzeln oder mit zulässigen Kategorien bezeichnet werden. Zu diesen Kategorien gehören beispielsweise „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, „Getreide“, „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ sowie „Öle und Fette“.
Eine detaillierte Deklaration erleichtert die Zuordnung von Tierarten und Rohstoffen. Das ist besonders hilfreich, wenn bestimmte Zutaten vermieden werden müssen. Eine Sammelbezeichnung ist weniger konkret, stellt aber für sich genommen keinen Beleg für minderwertige Rohstoffe dar.
Der Unterschied betrifft zunächst die Transparenz: Die Zusammensetzung verrät, was verwendet wurde. Vollständige Nährstoffdaten und Informationen zur Qualitätskontrolle beantworten weitergehende Fragen zur Rezeptur.
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse erklärt
Tierische Zutaten können Muskelfleisch, Organe und weitere für die Futtermittelherstellung geeignete Bestandteile umfassen. Nebenerzeugnisse fallen unter anderem bei der Verarbeitung von Tieren für die menschliche Lebensmittelversorgung an.
Dazu gehören auch nährstoffreiche Organe. Der Ausdruck „tierische Nebenerzeugnisse“ bedeutet somit nicht automatisch, dass ein Rohstoff wertlos oder schlecht verdaulich ist. Welche Nährstoffe er liefert, hängt vom jeweiligen Gewebe und seiner Verarbeitung ab.
Fleischmehl und getrocknete tierische Proteine sind konzentrierte Proteinquellen. Durch Erhitzen, Trocknen und gegebenenfalls Fettentzug wird ihr Wasser- beziehungsweise Fettanteil reduziert. Bei der Bewertung zählen die Ausgangsmaterialien, die Verarbeitung und die Kontrolle des fertigen Produkts.
Eine überwiegend aus Fleisch bestehende Ration ist allerdings nicht zwangsläufig vollständig. Sie kann beispielsweise zu wenig Calcium enthalten. Für die Bedarfsdeckung müssen die Zutaten aufeinander abgestimmt sein.
Was „mit Huhn“ und „reich an Huhn“ bedeuten
Der europäische Branchenleitfaden zur Futterkennzeichnung unterscheidet mengenbezogene Angaben für hervorgehobene Hauptbestandteile:
| Bezeichnung | Vorgesehener Mindestanteil des genannten Hauptbestandteils |
|---|---|
| Mit Huhn | 4 % |
| Reich an Huhn | 14 % |
| Huhn-Menü | 26 % |
Diese Werte beziehen sich auf den genannten Bestandteil. „Mit Huhn“ bedeutet daher weder, dass das Futter überwiegend aus Huhn besteht, noch dass insgesamt nur vier Prozent tierische Zutaten enthalten sind.
Die Bezeichnung „Huhn“ steht außerdem nicht automatisch für Hühnerbrust oder ausschließliches Muskelfleisch. Eine genauere Zuordnung erfordert zusätzliche Angaben zur Zusammensetzung.
Analytische Bestandteile: Was Rohprotein, Rohfett und Rohasche bedeuten
Der Wortbestandteil „roh“ bezeichnet eine analytische Stoffgruppe beziehungsweise die zugrunde liegende Untersuchungsmethode. Er sagt nichts darüber aus, ob das Futter roh verfüttert oder bei der Herstellung erhitzt wurde.
Die Prozentwerte beziehen sich üblicherweise auf das Futter einschließlich seines Wassergehalts. Zehn Prozent Rohprotein entsprechen somit zehn Gramm Rohprotein je 100 Gramm Futter.
| Bestandteil | Bedeutung | Was der Wert offenlässt |
|---|---|---|
| Rohprotein | Aus dem Stickstoffgehalt berechneter Proteinwert | Verdaulichkeit und Versorgung mit einzelnen Aminosäuren |
| Rohfett | Analytisch erfasster Fettgehalt | Genaue Zusammensetzung der Fettsäuren |
| Rohfaser | Durch ein bestimmtes Verfahren erfasste Faserfraktion | Gesamte Ballaststoffmenge und Eigenschaften der einzelnen Fasern |
| Rohasche | Rückstand nach der Veraschung einer Probe; überwiegend mineralische Bestandteile | Gehalte einzelner Mineralstoffe |
| Feuchtigkeit | Wassergehalt des Futters | Für einen Nährstoffvergleich muss dieser Anteil herausgerechnet oder anderweitig berücksichtigt werden |
Rohprotein: Eiweißmenge und Aminosäurenversorgung
Bei der Rohproteinbestimmung wird der gemessene Stickstoffgehalt mithilfe eines Faktors in einen Proteinwert umgerechnet. Dieser beschreibt deshalb nicht unmittelbar die Menge sämtlicher verwertbarer Proteine.
Proteine liefern Aminosäuren. Einige davon muss der Hund über das Futter aufnehmen. Sie werden unter anderem für den Aufbau und die Erneuerung von Körpergewebe benötigt.
Protein kann aus Fleisch, Fisch, Eiern und pflanzlichen Zutaten stammen. Der Rohproteinwert unterscheidet diese Quellen nicht. Für die Versorgung sind neben der Menge auch das Aminosäurenprofil und die Verdaulichkeit relevant.
Rohfett: Energie und unterschiedliche Fettsäuren
Fett liefert konzentrierte Energie und bestimmte benötigte Fettsäuren. Ein höherer Fettgehalt kann den Energiegehalt einer Rezeptur deutlich erhöhen.
Die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Fettquelle. Fischöl kann beispielsweise die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA liefern. Leinöl enthält vor allem Alpha-Linolensäure. Eine allgemeine Omega-3-Angabe ermöglicht daher ohne nähere Daten keinen genauen Vergleich.
Zusätzliches Öl verändert die Energieaufnahme und muss zur Gesamtration passen. Es ist nicht unabhängig vom bereits vorhandenen Fettgehalt zu beurteilen.
Rohfaser: Nur ein Teil der Ballaststoffe
Ballaststoffe beeinflussen Darmtätigkeit und Kotbeschaffenheit. Einige werden von Darmmikroorganismen fermentiert. Dabei entstehen unter anderem Stoffwechselprodukte, die den Darmzellen als Energiequelle dienen können.
Die Rohfaseranalyse erfasst diese Stoffe nur teilweise. Ihr Ergebnis liegt unter dem gesamten Ballaststoffgehalt und beschreibt die unterschiedlichen Fasereigenschaften nicht ausreichend.
Ein niedriger Rohfaserwert bedeutet daher nicht, dass ein Futter nahezu ballaststofffrei ist. Für die Einordnung kommt es auf Faserquellen, Menge und vorgesehenen Verwendungszweck an.
Rohasche: Mineralischer Rückstand aus der Analyse
Zur Bestimmung der Rohasche wird eine Futterprobe verascht. Zurück bleibt ein überwiegend mineralischer Rückstand.
Rohasche wird dem Futter nicht als solche zugesetzt. Der Begriff beschreibt ein Untersuchungsergebnis. Er verrät nicht, wie viel Calcium, Phosphor, Natrium oder Magnesium enthalten ist. Für Fragen zur Mineralstoffversorgung sind die jeweiligen Einzelwerte erforderlich.
Nass- und Trockenfutter auf derselben Grundlage vergleichen
Ein Nassfutter mit zehn Prozent Rohprotein wirkt zunächst proteinärmer als ein Trockenfutter mit 26 Prozent. Dabei bleibt jedoch der unterschiedliche Wassergehalt unberücksichtigt.
Für einen Vergleich ohne Wasseranteil werden die Werte auf die Trockenmasse umgerechnet:
Trockenmasse in Prozent = 100 − Feuchtigkeit in Prozent
Nährstoffgehalt in der Trockenmasse = deklarierter Nährstoffgehalt ÷ Trockenmasse × 100
Das folgende Rechenbeispiel verwendet ausdrücklich angenommene Werte und beschreibt keine konkreten Produkte:
| Angabe | Nassfutter | Trockenfutter |
|---|---|---|
| Rohprotein laut Deklaration | 10 % | 26 % |
| Feuchtigkeit | 80 % | 10 % |
| Trockenmasse | 20 % | 90 % |
| Rohprotein in der Trockenmasse | 50 % | rund 28,9 % |
Beim Nassfutter lautet die Rechnung: 10 ÷ 20 × 100 = 50 Prozent.
Nach Herausrechnen des Wassers enthält das Nassfutter in diesem Beispiel den höheren Proteinanteil. Die Rechnung vergleicht Konzentrationen; sie bewertet weder die Proteinqualität noch die Eignung der beiden Rezepturen.
Für die tatsächlich aufgenommene Nährstoffmenge zählen außerdem Energiegehalt und Futtermenge. Fachliche Vergleiche beziehen Nährstoffe deshalb auch auf eine bestimmte Energiemenge.
Fehlt die Feuchtigkeitsangabe, ist eine genaue Umrechnung nicht möglich. Bei gewöhnlichem Hundefutter muss sie grundsätzlich angegeben werden, wenn der Wassergehalt über 14 Prozent liegt.
Kohlenhydrate: Stärke, Zucker und Ballaststoffe unterscheiden
Kohlenhydrate umfassen verschiedene Stoffgruppen, darunter Zucker, Stärke und zahlreiche Ballaststoffe. Diese erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Gut aufgeschlossene Stärke dient Hunden als verdauliche Energiequelle. Typische stärkereiche Zutaten sind Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln und Hülsenfrüchte. Die Verarbeitung beeinflusst ihre Verdaulichkeit.
Gesunde erwachsene Hunde außerhalb der Fortpflanzungsphase haben keinen festgelegten Mindestbedarf an Kohlenhydraten aus dem Futter. Dennoch können kohlenhydrathaltige Zutaten sinnvoll zu einer ausgewogenen Rezeptur beitragen.
Getreidefrei bedeutet nicht kohlenhydratfrei. Werden Getreidezutaten durch Kartoffeln, Erbsen oder Tapioka ersetzt, kann das Futter weiterhin erhebliche Stärkemengen enthalten.
Den Kohlenhydratanteil näherungsweise berechnen
Ein Kohlenhydratwert gehört bei gewöhnlichem Hundefutter nicht zu den verpflichtenden Standardangaben. Eine grobe Schätzung ist über die stickstofffreien Extraktstoffe möglich, abgekürzt NfE:
NfE in Prozent = 100 − Rohprotein − Rohfett − Rohfaser − Rohasche − Feuchtigkeit
Bei angenommenen Werten von 26 Prozent Rohprotein, 14 Prozent Rohfett, drei Prozent Rohfaser, sieben Prozent Rohasche und zehn Prozent Feuchtigkeit ergibt sich:
100 − 26 − 14 − 3 − 7 − 10 = 40 Prozent NfE.
Dieser Restwert ist keine exakte Messung von Stärke und Zucker. Weil die Rohfaseranalyse einen Teil der Ballaststoffe nicht erfasst, gehen diese ebenfalls in den Rest ein. Dadurch kann der Anteil verdaulicher Kohlenhydrate überschätzt werden. Ohne vollständige Ausgangswerte ist die Berechnung zusätzlich unsicher.
Häufige Zutaten und ihre Aufgaben
Ungewohnte Bezeichnungen lassen sich besser einordnen, wenn ihre Funktion in der Rezeptur bekannt ist.
| Zutat oder Zutatengruppe | Möglicher Beitrag zum Futter |
|---|---|
| Muskelfleisch und Organe | Protein sowie je nach Gewebe unterschiedliche Vitamine, Mineralstoffe und Fette |
| Fisch | Protein; fettreiche Arten können bestimmte Omega-3-Fettsäuren liefern |
| Ei | Protein und weitere Nährstoffe |
| Reis, Mais, Weizen und Gerste | Stärke sowie je nach Rohstoff weitere Nährstoffe und Fasern |
| Erbsen und andere Hülsenfrüchte | Unterschiedliche Anteile an Protein, Stärke und Fasern |
| Rübentrockenschnitzel | Faserquelle |
| Cellulose | Überwiegend schwer fermentierbare Faser |
| Chicorée, Inulin und FOS | Können fermentierbare beziehungsweise präbiotisch wirkende Fasern liefern |
| Tierische Fette und Pflanzenöle | Energie und unterschiedliche Fettsäuren |
| Mineralstoffmischungen | Ergänzung benötigter Mineralstoffe |
Rübentrockenschnitzel sind beispielsweise als Faserquelle zu beurteilen. Aus dem Wortbestandteil „Rübe“ lässt sich kein hoher Zuckergehalt des fertigen Futters ableiten.
Bei besonders beworbenen Früchten, Kräutern oder anderen Zutaten ist zusätzlich die Einsatzmenge relevant. Ein gesundheitlicher Zusatznutzen erfordert geeignete Mengen und belastbare Nachweise für die beanspruchte Wirkung.
Vitamine und Mineralstoffe: Die Gesamtversorgung zählt
Vitamine und Mineralstoffe werden in vergleichsweise kleinen Mengen benötigt. Ein Teil stammt aus den Rohstoffen, ein anderer kann gezielt ergänzt werden.
Bei Mineralstoffen zählen die absolute Menge und die Beziehungen untereinander. Calcium und Phosphor müssen beispielsweise zur Lebensphase passen. Ein geeignetes Verhältnis reicht nicht aus, wenn beide Gehalte insgesamt zu niedrig oder zu hoch sind.
Für heranwachsende Hunde, insbesondere großer Rassen, ist eine passende Calciumversorgung besonders relevant. Zusätzliche Mineralstoffgaben können eine bereits ausgewogene Ration aus dem Gleichgewicht bringen.
Auch Vitamine sind nicht beliebig dosierbar. Eine Überversorgung mit bestimmten Vitaminen, etwa Vitamin D, kann schädlich sein. Ein bedarfsgerechtes Alleinfutter muss deshalb nicht vorsorglich um weitere Vitamin- oder Mineralstoffpräparate ergänzt werden.
Zusatzstoffe im Hundefutter
Zusatzstoffe können Nährstoffe ergänzen, die Haltbarkeit unterstützen oder andere Aufgaben bei der Herstellung übernehmen. Die Zusatzstoffliste ist daher nach Funktionen zu lesen.
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe
Hierzu gehören beispielsweise zugesetzte Vitamine, Spurenelementverbindungen und Aminosäuren. Sie helfen dabei, die Rezeptur auf die vorgesehene Nährstoffversorgung abzustimmen.
Die angegebene Menge beschreibt häufig den Zusatz. Sie ist deshalb nicht automatisch mit dem Gesamtgehalt gleichzusetzen, der auch natürliche Vorkommen in den Zutaten einschließt. Umgekehrt belegt eine kurze Zusatzstoffliste nicht, dass sämtliche Nährstoffe in ausreichender Menge aus den Rohstoffen stammen.
Antioxidationsmittel und Konservierungsmittel
Antioxidationsmittel schützen insbesondere Fette vor oxidativen Veränderungen. Dazu können Tocopherole gehören. Konservierungsmittel dienen je nach Stoff und Produkt dem Schutz vor mikrobiellem Verderb.
Zur Haltbarkeit tragen außerdem Herstellungsverfahren, Wassergehalt und Verpackung bei. Bei Nassfutter sind die Wärmebehandlung und der dichte Verschluss relevant.
Die Aussage „ohne Konservierungsstoffe“ beschreibt deshalb zunächst eine Eigenschaft der Rezeptur beziehungsweise Herstellung. Für die Nährstoffversorgung sind andere Produktdaten erforderlich.
Allergien: Wann die genaue Proteinquelle wichtig wird
Bei einer bestätigten Futtermittelallergie wird die Identität einzelner Zutaten besonders relevant. Eine unspezifische Angabe wie „tierisches Protein“ erschwert die Zuordnung zu einer Tierart.
Allergische Reaktionen richten sich üblicherweise gegen bestimmte Proteine. Getreide ist dabei nicht grundsätzlich problematischer als tierische Proteinquellen. Auch Huhn, Rind oder Milchbestandteile können Auslöser sein.
Für eine diagnostische Ausschlussdiät genügt deshalb weder die Angabe „getreidefrei“ noch eine kurze Zutatenliste. Neben der geeigneten Rezeptur sind kontrollierte Herstellungsbedingungen und die konsequente Durchführung erforderlich.
Hydrolysierte Proteine wurden in kleinere Bestandteile zerlegt. Das kann ihre Erkennung durch das Immunsystem erschweren. Entsprechende Diätfuttermittel werden unter anderem bei tierärztlich begleiteten Ausschlussdiäten eingesetzt.
Juckreiz oder wiederkehrende Verdauungsbeschwerden lassen sich anhand einer Futterdeklaration allein nicht zuverlässig einer Allergie zuordnen. Bei solchen Beschwerden ist die tierärztliche Abklärung der nächste Schritt.
Welche Angaben bei der Futterauswahl zusätzlich helfen
Die Verpackung enthält nicht sämtliche Informationen zur Rezeptur und Herstellung. Für eine weitergehende Beurteilung sind folgende Fragen an den Hersteller hilfreich:
- Eignung: Für welche Lebensphase und gegebenenfalls Größenklasse ist das Produkt vorgesehen?
- Rezepturentwicklung: Welche ernährungswissenschaftlich qualifizierten Personen entwickeln und überprüfen das Futter?
- Bedarfsdeckung: Nach welchen anerkannten Ernährungsempfehlungen wird die Rezeptur beurteilt?
- Kontrollen: Werden Rohstoffe und fertige Produkte auf Nährstoffgehalte und Sicherheit untersucht?
- Energiegehalt: Wie viel umsetzbare Energie liefert das Futter?
- Weitere Analysen: Sind Calcium, Phosphor und andere relevante Nährstoffwerte auf Nachfrage erhältlich?
Bezeichnungen wie „Premium“ ersetzen diese Informationen nicht. Auch der Preis lässt keinen zuverlässigen Rückschluss auf die ernährungsphysiologische Eignung zu.
Die Fütterungsempfehlung auf der Packung dient als Ausgangspunkt. Körpergewicht und Körperzustand zeigen, ob die angebotene Energiemenge angepasst werden muss. Snacks, Kauartikel und Ergänzungen gehören dabei zur Gesamtration. Bei Erkrankungen oder besonderen Ernährungsanforderungen werden vollständige Nährstoffdaten benötigt, damit das Futter passend ausgewählt werden kann.
Quellen
Die Quellen des europäischen Branchenverbands FEDIAF dienen vor allem der Erklärung von Kennzeichnung, Zutaten und Ernährungsleitlinien. Ergänzend wurden veterinärmedizinische Fachquellen und eine methodische Beschreibung der Rohproteinbestimmung berücksichtigt.
- Europäische Kommission: Feed marketing – Rechtsrahmen für das Inverkehrbringen von Futtermitteln
- FEDIAF: Code of Good Labelling Practice for Pet Food, Oktober 2019
- FEDIAF: Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food for Cats and Dogs, September 2025
- Sherry Lynn Sanderson, Merck Veterinary Manual: Dog and Cat Foods, aktualisiert im Juni 2025
- Tufts University, Cummings School of Veterinary Medicine: Nutrition FAQs – Zutatenlisten, Getreide und Futterqualität
- WSAVA Global Nutrition Committee: Guidelines on Selecting Pet Foods, Fassung April 2021
- North Carolina State University, College of Veterinary Medicine: Hydrolyzed Diets – Hydrolysierte Diäten und Ausschlussdiäten
- C. Gerhardt: Determination of crude protein / nitrogen in animal feed and pet food – Methodische Beschreibung der Rohproteinbestimmung






















